Museum

Die Dossinkaserne wurde 1756 errichtet und fungierte hintereinander als Unterkunft für österreichische und belgische Soldaten. Ab Juli 1942 bis zur Befreiung Belgiens 1944 diente die Dossinkaserne als SS-Sammellager für Juden sowie Sinti und Roma. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bekam das Gebäude als Schule der Administration der Streitkräfte seine ursprüngliche Funktion zurück. 1975 jedoch zog dieses Militärinstitut um, die Dossinkaserne begann zu verfallen. In den 80er Jahren wurde der Komplex aus diesem Grunde in Wohnungen geteilt. Auf Anfrage der Vereniging van de Joodse Weggevoerden in België - Dochters en zonen van de deportatie (VJBW) und des Centraal Israëlitisch Consistorie van België (CICB) wurde dabei auch der Raum für ein Museum über jene Zeit geschaffen, in der die Kaserne als Sammellager diente.

Die flämische Regierung, die Provinz Antwerpen und die Stadt Mechelen finanzierten den Kauf des Erd- und Kellergeschosses des rechten Flügels der Dossinkaserne. Der erste Stein wurde am 20. September 1992 durch den Vorsitzenden der flämischen Regierung, Ministerpräsident Luc Van den Brande gelegt. Auch Vertreter Seiner Majestät des Königs, des Gouverneurs der Provinz Antwerpen und des Bürgermeisters der Stadt Mechelen wohnten der Feierlichkeit bei.

Das Jüdische Deportations- und Widerstandsmuseum wurde am 7. Mai 1995 feierlich durch Seine Majestät König Albert II eingeweiht. Ab 11. November 1996 wurden die Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Jährlich empfängt das Museum etwa 35.000 Besucher. Viele davon sind Schüler, doch auch Erwachsene finden häufig den Weg in das Museum. Das Empfangen einer so grossen Besucherzahl auf der relativ kleinen Fläche von 12 Räumen ist keine leichte Aufgabe.

Auf Impuls des damaligen Ministerpräsidenten Patrick Dewael wurde 2001 der Plan gefasst, das JDWM zu einem Museum mit wesentlich grösserer Kapazität auszubauen. Am 22. Juni 2011 wurde das Basiskonzept zur Errichtung des neuen Museums Kazerne Dossin - Memorial, Museum und Dokumentationszentrum über Holocaust und Menschenrechte durch die flämische Regierung genehmigt.

Im November 2010 begannen die Arbeiten an dem neuen Komplex, der gegenüber dem alten Kasernegebäude entstehen soll. Das neue Museum bietet sowohl der Dauer- als auch möglichen Wechselausstellungen und soll seine Türen im September 2012 öffnen.

Der Standort von Kazerne Dossin - Gedenkstätte, Museum und Dokumentationszentrum über Holocaust und Menschenrechte bleibt bemerkenswert. Es ist eines der wenigen Museen in Europa, das auf dem historischen Ort des Geschehens selbst Zeugnis gibt über die Tragödie, die die Juden während des Zweiten Weltkrieges erleben mussten. In erster Linie möchte Kazerne Dossin ein historisches Museum sein, ebenso aber auch ein Hilfsmittel zur Bildung, ein Gedenkzeichen und eine Warnung gegen das Vergessen.